Augendusche: Anwendung, Wirkung und die besten Produkte im Vergleich
Veröffentlichungsdatum:
2026-09-11
Autor:
STG Safety
Augendusche richtig anwenden: Schritt-für-Schritt-Anleitung, Produktvergleich 2026, Hinweise für Kontaktlinsenträger und Kinder sowie wichtige Sicherheitshinweise für den Notfall.
Artikelübersicht
Dieser Ratgeber behandelt alles Wichtige rund um die Augendusche: von der korrekten Anwendungstechnik über den Produktvergleich bis hin zu Sicherheitshinweisen für Kontaktlinsenträger, Kinder und den gewerblichen Arbeitsschutz. Ziel ist eine fundierte Entscheidungsgrundlage – für den Heimgebrauch ebenso wie für die betriebliche Erste Hilfe.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Was ist eine Augendusche? Definition und Grundlagen
- 2. Wann ist eine Augenspülung notwendig?
- 3. Schritt-für-Schritt-Anleitung: Augendusche richtig anwenden
- 4. Produktvergleich: Welche Augendusche ist die richtige?
- 5. Besondere Zielgruppen: Kontaktlinsenträger und Kinder
- 6. Nebenwirkungen und Kontraindikationen
- 7. Haltbarkeit und Hygiene nach dem Anbruch
- 8. Augenspülstation am Arbeitsplatz
- 9. Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist eine Augendusche? Definition und Grundlagen
Eine Augendusche ist ein medizinisches Hilfsmittel oder eine Notfalleinrichtung, mit der das Auge gezielt mit steriler Spüllösung oder Wasser gespült wird, um Fremdkörper, Chemikalien oder Reizstoffe schnell und schonend zu entfernen. Der Begriff umfasst sowohl tragbare Augenspülflaschen für den Heimgebrauch als auch fest installierte Augenspülstationen in Industrie und Labor.
Im deutschen Sprachraum werden die Begriffe Augenspülung, Augenwäsche und Augenreinigung oft synonym verwendet. Aus medizinischer Sicht bezeichnet die Augendusche jedoch primär den mechanischen Spülvorgang, während Augentropfen eher der lokalen Wirkstoffabgabe dienen. Diese Unterscheidung ist nicht akademisch – sie ist im Notfall handlungsrelevant.
Warum ignorieren so viele Menschen dieses einfache Hilfsmittel, obwohl Augenreizungen zu den häufigsten Arbeitsunfällen zählen? Laut DGUV lassen sich rund 30 % der industriellen Augenverletzungen durch eine rechtzeitige und korrekte Augenspülung in ihrer Schwere deutlich reduzieren. Das ist eine beachtliche Zahl, die für eine konsequentere Verbreitung von Augenspüleinrichtungen in Betrieben und Haushalten spricht.
Die Augenspüllösung, die dabei eingesetzt wird, besteht in der Regel aus isotonischer Kochsalzlösung (0,9 % NaCl) – physiologisch angepasst an die natürliche Tränenflüssigkeit. Alternativen wie gepuffertes Phosphat oder spezialisierte Lösungen kommen in industriellen Hochrisikobereichen zum Einsatz, sind aber für den Heimgebrauch nicht erforderlich.
Historische Entwicklung und aktuelle Standards
Die erste systematische Beschreibung der Augenspülung als Erste-Hilfe-Maßnahme geht auf ophthalmologische Lehrbücher des frühen 20. Jahrhunderts zurück. Heute sind die Anforderungen an Augenspüleinrichtungen am Arbeitsplatz in Deutschland durch die DGUV-Regel 115-402 sowie die internationale Norm ANSI Z358.1 definiert. Der internationale Standard schreibt u. a. einen Mindestvolumenstrom von 1,5 l/min über mindestens 15 Minuten vor – ein Richtwert, der auch bei der Auswahl portabler Produkte als Orientierung dient.
Abgrenzung: Augendusche vs. Augentropfen vs. Augenspülbad
Augentropfen enthalten pharmakologisch aktive Substanzen und sind zur Behandlung bestimmter Erkrankungen gedacht – nicht zur Notfallspülung. Das klassische Augenspülbad (eine schalenförmige Tasse, die man mit Kochsalzlösung füllt und ans Auge hält) ist eine traditionelle Form der Augenwäsche, hat aber gegenüber modernen Einmal-Ampullen hygienische Nachteile. Welche Form für welchen Anwendungsfall geeignet ist, zeigt der Produktvergleich in Abschnitt 4.
Wann ist eine Augenspülung notwendig? Anwendungsszenarien im Überblick
Eine Augendusche ist immer dann angezeigt, wenn ein Fremdkörper, eine Chemikalie oder ein Reizstoff mit der Augenoberfläche in Kontakt gekommen ist und das Auge durch einfaches Blinzeln nicht selbst reinigen kann. Die Szenarien reichen vom Alltag bis zum Arbeitsunfall.

Häufige Auslöser für eine Augenspülung im Alltag
Staub, Pollen, Wimpern oder kleine Insekten im Auge – das sind die alltäglichen Klassiker, bei denen eine sanfte Augenreinigung mit isotonischer Kochsalzlösung schnelle Linderung verschafft. Auch wer viel Zeit vor Bildschirmen verbringt, leidet häufig unter trockenen, gereizten Augen; hier dient die Augenspülung weniger der Notfallversorgung als der präventiven Augenpflege.
Kontaktlinsenträger kennen das Problem: Verschmutzte oder falsch eingesetzte Linsen können zu Augenreizungen führen, die eine sofortige Augenreinigung erfordern. Mehr dazu in Abschnitt 5.
Notfallsituationen: Verätzung und Chemikalienunfall
Schwerwiegender sind Situationen, in denen Säuren, Laugen oder andere Gefahrstoffe ins Auge gelangen. Eine Verätzung des Auges ist ein medizinischer Notfall. In solchen Fällen gilt: sofort und kontinuierlich spülen, Notruf 112 verständigen und den Betroffenen unverzüglich in augenärztliche Behandlung bringen. Laugenverätzungen (z. B. durch Ammoniak oder Zement) sind besonders gefährlich, weil sie tiefer in das Gewebe eindringen als Säuren. Hier ist jede Sekunde ohne Augenspülung kritisch.
„Bei alkalischen Verätzungen des Auges kann bereits eine Verzögerung der Spülung um wenige Minuten zu irreversiblen Hornhautschäden führen. Die sofortige und ausreichend lange Augenspülung ist die wichtigste Erstmaßnahme."
— Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG), Leitlinie zur Augenverätzung
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Augendusche richtig anwenden
Die korrekte Anwendung einer Augendusche entscheidet maßgeblich über ihre Wirksamkeit. Tatsächlich zeigen Beobachtungen aus der betrieblichen Ersten Hilfe, dass viele Betroffene instinktiv zu kurz spülen oder die falsche Technik anwenden – und damit den Spüleffekt erheblich verringern.
- Hände waschen – Vor der Anwendung beide Hände gründlich reinigen, um keine zusätzlichen Keime ins Auge einzubringen.
- Kontaktlinsen entfernen – Sofern möglich, Kontaktlinsen vor der Spülung herausnehmen. Ausnahme: Wenn die Linse fest am Auge haftet, zuerst spülen, dann entfernen (Details in Abschnitt 5).
- Kopf positionieren – Den Kopf leicht nach hinten und zur Seite des betroffenen Auges neigen, damit die Spülflüssigkeit nicht in das gesunde Auge fließt.
- Augenlid öffnen – Das Oberlid mit Daumen und Zeigefinger sanft hochziehen und das Unterlid nach unten ziehen, um die gesamte Augenoberfläche freizulegen.
- Spülen beginnen – Die Augenspüllösung gleichmäßig vom inneren Augenwinkel nach außen über das Auge fließen lassen. Bei portablen Spülflaschen die Öffnung nicht direkt auf die Hornhaut richten, um Druckschäden zu vermeiden.
- Spüldauer einhalten – Bei einfachen Fremdkörpern oder Staub mindestens 1–2 Minuten spülen. Bei Chemikalien oder Verätzung des Auges mindestens 10–15 Minuten ununterbrochen. Diesen Punkt unterschätzen viele.
- Mehrfach blinzeln – Während des Spülens regelmäßig blinzeln, um die Spülflüssigkeit unter das Oberlid zu befördern.
- Arzt aufsuchen – Nach jeder ernsteren Augenreizung oder Verätzung umgehend einen Augenarzt konsultieren, auch wenn die Symptome kurzfristig nachlassen.
Augenspülstation im Betrieb: besondere Handhabung
Fest installierte Augenspülstationen werden durch einen Fußhebel oder einen Schwenkarm aktiviert. Betroffene Personen halten beide Augen über die Spüldüsen und halten die Lider aktiv geöffnet. Der Kopf sollte dabei möglichst ruhig bleiben. Wichtig: Stationäre Einrichtungen müssen laut DGUV-Vorgabe innerhalb von 10 Sekunden vom Unfallort erreichbar sein – ein Kriterium, das bei der Betriebsplanung oft vernachlässigt wird.
Häufige Fehler bei der Anwendung
Zu den verbreitetsten Fehlern zählt das zu frühe Abbrechen des Spülvorgangs. Außerdem verwenden manche Personen normales Leitungswasser statt isotonischer Kochsalzlösung. Leitungswasser enthält Chlorverbindungen und hat eine andere Osmolarität als die Tränenflüssigkeit – bei kurzzeitiger Notfallanwendung vertretbar, auf Dauer aber reizend. Natürlich gibt es Situationen, in denen keine sterile Lösung verfügbar ist; dann ist Leitungswasser eindeutig besser als gar nichts.
Produktvergleich: Welche Augendusche ist die richtige?
Der Markt bietet 2026 eine breite Palette an Augenspülprodukten – von der einfachen Einmal-Ampulle aus der Apotheke bis zur fest installierten Notfallspülstation für Lackierkabinen und Chemielabore. Welches Produkt für welchen Einsatzzweck geeignet ist, zeigt die folgende Übersicht.
| Produkttyp | Volumen | Sterilität | Haltbarkeit (ungeöffnet) | Preis (ca.) | Geeignet für |
|---|---|---|---|---|---|
| Einmal-Ampulle (0,4–0,5 ml) | 0,4–0,5 ml | Steril | 2–3 Jahre | 0,30–0,80 €/Stück | Alltag, Reise, leichte Reizung |
| Augenspülflasche (250–500 ml) | 250–500 ml | Steril (bei Erstöffnung) | 3–5 Jahre | 5–15 € | Erste Hilfe, Arbeitsplatz |
| Augenspülbad (Augenbadbad/Augenbecher) | variabel | Nicht steril (Mehrweg) | unbegrenzt (Behälter) | 2–8 € | Heimgebrauch, regelmäßige Augenpflege |
| Stationäre Augenspülstation | Fließend (Wasseranschluss) | Bedingt (Leitungswasser) | — | 150–800 € | Industrie, Labor, Lackierbetrieb |
| Tank-Augendusche (fahrbares System) | 15–76 Liter | Steril (bei Neubefüllung) | 3–6 Monate (nach Befüllung) | 300–1.200 € | Außenbereich, kein Wasseranschluss |
Empfehlungen nach Einsatzszenario
Für den Haushalts- und Reisebereich sind sterile Einmal-Ampullen mit isotonischer Kochsalzlösung die hygienisch sauberste Lösung. Im betrieblichen Umfeld mit gelegentlichem Chemikalienkontakt (z. B. Reinigungsmittel, Lacke) bietet eine 500-ml-Augenspülflasche den besten Kompromiss aus Verfügbarkeit und Spülvolumen. Für Lackierkabinen und chemische Produktionsanlagen, in denen eine sekundäre Kontamination der Spülwasserquelle ausgeschlossen werden muss, kommen geschlossene Duschkombinationen mit integrierter Augenspüleinrichtung zum Einsatz – diese erreichen einen Augenduschvolumenstrom von mehr als 11,4 l/min und sind für einen kontinuierlichen Betrieb von über 15 Minuten ausgelegt.
Augenspülung mit Kochsalzlösung: worauf beim Kauf achten
Beim Kauf einer Kochsalzlösung für das Auge sollte zwingend auf die Konzentration von 0,9 % NaCl geachtet werden. Hyper- oder hypotonische Lösungen können die Hornhautepithelzellen zusätzlich schädigen.
Besondere Zielgruppen: Kontaktlinsenträger und Kinder
Zwei Personengruppen erfordern bei der Augendusche eine angepasste Vorgehensweise, die in den meisten verfügbaren Quellen kaum thematisiert wird: Kontaktlinsenträger und Kinder.
Augendusche bei Kontaktlinsenträgern
Kontaktlinsenträger stehen im Notfall vor einem Dilemma: Die Linse sitzt im Auge, möglicherweise hält ein Chemikalienspritzer fest daran. Grundsätzlich gilt folgende Priorisierung:
Weiche Kontaktlinsen müssen vor der eigentlichen Augenspülung entfernt werden, sofern dies innerhalb von 2–3 Sekunden möglich ist – sie können Chemikalien aufsaugen und die Schädigung verstärken. Ist die Linse durch Quellung oder Verklebung nicht sofort entfernbar, wird zunächst 1–2 Minuten gespült, bis die Linse sich löst; danach wird mit der vollständigen Notfallspülung fortgefahren.
Harte formstabile Linsen (RGP-Linsen) sitzen fester und können ebenfalls Substanzen einschließen. Hier gilt dasselbe Prinzip: kurze Vorspülung zum Lösen, dann Entfernung, dann vollständige Augenreinigung.
Wichtig: Nach einer Augenspülung die betroffenen Kontaktlinsen nicht wieder einsetzen – auch nicht, wenn keine Symptome mehr bestehen. Die Linsen können durch Chemikalienrückstände dauerhaft verändert sein und müssen ersetzt werden.
Augendusche bei Kindern: Dosierung, Technik und Sicherheitshinweise
Kinder reagieren auf Augenreizungen oft mit Panik und Abwehrreflexen, was die Erstversorgung erheblich erschwert. Dennoch ist eine prompte Augenspülung genauso wichtig wie bei Erwachsenen. Einige praxiserprobte Hinweise:
Für Kleinkinder (unter 3 Jahre) empfiehlt es sich, eine sterile Einmal-Ampulle zu verwenden und das Kind auf dem Rücken liegend zu halten. Eine zweite Person fixiert sanft Kopf und Arme des Kindes, während die erste die Spüllösung langsam in den inneren Augenwinkel träufelt – der natürliche Blinzelreflex verteilt die Flüssigkeit dann über die Augenoberfläche. Druck oder forciertes Aufreißen der Augenlider ist bei Kindern kontraproduktiv und kann traumatisierend wirken.
Bei Schulkindern (ab ca. 6 Jahre) kann die Anwendung eines Augenspülbades erklärt und selbstständig durchgeführt werden. Das Kind taucht das geöffnete Auge in die mit Kochsalzlösung gefüllte Augenspülschale und blinzelt mehrfach. Die Dosierung der Spüllösung entspricht der bei Erwachsenen; eine reduzierte Menge ist nicht erforderlich. Bei Chemikalienkontakt immer sofort den Notruf verständigen und nicht auf eine Besserung der Symptome warten.
Nebenwirkungen und Kontraindikationen: Wann besser nicht spülen?
Eine Augendusche ist in den allermeisten Fällen die richtige Maßnahme. Es gibt jedoch klar definierte Situationen, in denen eine Augenspülung nicht durchgeführt werden sollte oder nur unter bestimmten Bedingungen sinnvoll ist – ein Aspekt, der in vielen Ratgebern fehlt.
Absolute Kontraindikation: penetrierende Augenverletzungen
Bei einem Verdacht auf eine perforierende oder penetrierende Verletzung des Augapfels – erkennbar an sichtbarem Glaskörpervorfall, stark reduzierter Sehschärfe oder einem Fremdkörper, der offensichtlich in den Augapfel eingedrungen ist – darf keine Augendusche angewendet werden. Jeder Druck oder Flüssigkeitsstrom auf ein perforiertes Auge kann zu einem weiteren Austritt von Augeninnenflüssigkeit führen und die Verletzung verschlimmern. In diesem Fall: sterile Auflage locker auflegen, Notarzt rufen, keinerlei Manipulation am Auge.
Weitere Einschränkungen und mögliche Nebenwirkungen
Eine zu intensiv durchgeführte Augenspülung mit ungeeigneten Lösungen (z. B. nicht-isotonische oder konservierte Flüssigkeiten) kann die Schutzschicht der Tränenflüssigkeit schädigen und ein vorübergehendes Fremdkörpergefühl oder Brennen verstärken. Das ist jedoch kein Grund, auf die Spülung zu verzichten – es unterstreicht lediglich die Bedeutung der richtigen Wahl der Augenspüllösung.
Personen mit bekannten Überempfindlichkeiten gegen Natriumchlorid oder Puffersubstanzen in speziellen Spüllösungen sollten dies ihrem Augenarzt mitteilen. In der Praxis sind echte allergische Reaktionen auf isotonische Kochsalzlösung allerdings äußerst selten.
Noch ein Hinweis: Augentropfen mit pharmakologischem Wirkstoff sind kein Ersatz für eine Notfallspülung. Wer im Schockmoment versehentlich Augentropfen statt Spüllösung anwendet, verzögert die eigentliche Dekontamination.
Haltbarkeit und Hygiene nach dem Anbruch
Ein kritisch unterschätztes Thema ist die Haltbarkeit von Augenspüllösungen nach dem Öffnen. Geöffnete Flaschen sind keine sterilen Produkte mehr – und das hat direkte Konsequenzen für die Patientensicherheit.
Konkrete Haltbarkeitsangaben nach Produkttyp
Sterile Einmal-Ampullen müssen nach dem Öffnen vollständig verbraucht oder entsorgt werden – kein Restinhalt aufbewahren. Für Mehrfach-Augenspülflaschen (z. B. 250 ml) gibt der Hersteller in der Regel eine maximale Verwendungsdauer von 4 Wochen nach Erstöffnung an, sofern das Produkt konservierungsmittelfrei ist. Konservierte Produkte können je nach Formulierung 1–3 Monate nach Öffnung verwendet werden, sind aber für die intensive Augenreinigung weniger empfehlenswert.
Tank-Augenduschen und fahrbare Systeme mit eingebautem Wassertank müssen nach Herstellerangaben regelmäßig entleert, gereinigt und neu befüllt werden – in der Regel alle 3 bis 6 Monate. Veraltetes Wasser in Tank-Systemen stellt ein erhebliches Keimrisiko dar, da sich Pseudomonas aeruginosa und andere opportunistische Erreger in stehenden Wässern rasch vermehren können. Dieses Risiko ist in der betrieblichen Praxis real; es wurden Fälle dokumentiert, in denen veraltete Stationsflüssigkeiten zu Augeninfektionen führten.
Hygiene bei Mehrwegprodukten: Augenbecher und Augenspülbäder
Das traditionelle Augenspülbad aus Kunststoff oder Glas muss nach jeder Anwendung gründlich mit heißem Wasser gereinigt und getrocknet werden. Gemeinsam benutzte Augenbecher – etwa in Betriebsapotheken – sind aus hygienischer Sicht problematisch und sollten durch Einmalprodukte ersetzt werden. Jede Person, die ein Augenspülbad benutzt, sollte ein eigenes Exemplar haben. Das klingt selbstverständlich, wird aber im Alltag erstaunlich oft nicht beherzigt.
Augenspülstation am Arbeitsplatz: Pflichten und Standards
Arbeitgeber in Deutschland sind gesetzlich verpflichtet, in Bereichen mit Gefährdung durch Gefahrstoffe, Strahlung oder mechanische Partikel geeignete augenspüleinrichtungen am arbeitsplatz bereitzustellen. Die rechtliche Grundlage bildet die DGUV-Regel 115-402 in Verbindung mit der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV).
Anforderungen an Augenspülstationen nach DGUV und ISO
Die wichtigsten technischen Anforderungen im Überblick: Die Station muss innerhalb von 10 Sekunden vom Gefahrenpunkt erreichbar sein. Der Volumenstrom muss mindestens 1,5 Liter pro Minute betragen, bei Kombistationen (Augendusche und Körperdusche) entsprechend mehr. Für Lackierkabinen und geschlossene Produktionsbereiche werden spezialisierte Systeme eingesetzt, die einen Augenduschvolumenstrom von über 11,4 l/min sicherstellen und für eine kontinuierliche Nutzung von mehr als 15 Minuten ausgelegt sind. Diese Systeme integrieren Dusch- und Augenspüleinrichtungen in einem geschlossenen Schutzgehäuse, das eine sekundäre Kontamination des Spülwassers verhindert.
Laut augenspülung bei chemikalienunfällen der DGUV müssen stationäre Einrichtungen regelmäßig auf Funktion, Wasserqualität und Wartungsstatus geprüft werden. Die Prüfintervalle sind je nach Anlage und Wasserbeschaffenheit festgelegt, in der Regel wöchentlich für Funktion und jährlich für eine umfassende Inspektion.
2026-Trend: IoT-gestützte Augenspülstationen
Ein wachsender Trend im Arbeitsschutz 2026 ist die Integration von IoT-Sensoren in stationäre Augenspülanlagen. Diese Systeme erfassen automatisch Nutzungshäufigkeit, Wassertemperatur und Wartungsstatus und senden entsprechende Meldungen an die zuständige Sicherheitsfachkraft oder das Betriebsmanagementsystem. Das ermöglicht eine lückenlose Compliance-Dokumentation nach ISO 11161 und ANSI Z358.1 – ein zunehmend relevantes Kriterium bei Betriebsprüfungen und Versicherungsaudits. Kleinere und mittlere Unternehmen, die keine vollständig vernetzten Systeme implementieren können, profitieren zumindest von einfachen digitalen Prüfprotokollen, die das manuelle Wartungslogbuch ersetzen.
Wer sich über die genauen normativen Anforderungen informieren möchte, findet auf der Seite augendusche bei Wikipedia einen ersten Überblick über die verschiedenen Gerätetypen und ihre historische Entwicklung.
Fazit: Die richtige Augendusche für jeden Bedarf
Die Augendusche ist ein einfaches, aber im Notfall entscheidendes Hilfsmittel. Ob sterile Einmal-Ampulle für die Reiseapotheke, robuste Augenspülflasche für den Betriebsverbandkasten oder normkonforme Augenspülstation für Labor und Industrie – das passende Produkt hängt vom konkreten Einsatzszenario ab. Was alle Situationen verbindet: Die Wirksamkeit einer Augenspülung steht und fällt mit der richtigen Technik und der ausreichenden Spüldauer.
Kontaktlinsenträger, Eltern mit kleinen Kindern und Arbeitgeber in gefahrstoffexponierten Bereichen sollten sich frühzeitig mit dem Thema auseinandersetzen – nicht erst dann, wenn der Notfall eingetreten ist. Denn wie so oft in der Ersten Hilfe gilt: Vorbereitung schlägt Improvisation.
Häufig gestellte Fragen zur Augendusche
F: Wie lange muss man das Auge bei einer Verätzung spülen?
A: Bei einer Verätzung des Auges durch Säuren oder Laugen muss mindestens 10 bis 15 Minuten kontinuierlich gespült werden. Bei Laugenverätzungen empfehlen Fachgesellschaften sogar 20–30 Minuten, da alkalische Substanzen tiefer ins Gewebe eindringen. Anschließend sofort den Notruf 112 verständigen.
F: Kann ich normale Kochsalzlösung aus der Apotheke zur Augenspülung verwenden?
A: Ja, sofern es sich um eine sterile, isotonische 0,9-%-NaCl-Lösung ohne Konservierungsstoffe handelt. Lösungen mit Konservierungsmitteln wie Benzalkoniumchlorid sind für die Augenspülung ungeeignet und können zusätzliche Reizungen auslösen.
F: Wie oft sollte eine Augenspülstation am Arbeitsplatz gewartet werden?
A: Laut DGUV-Vorgaben muss die Funktionsfähigkeit stationärer Augenspülanlagen wöchentlich geprüft werden, um Verkeimung und Fehlfunktionen auszuschließen. Eine vollständige Inspektion inklusive Wasseranalyse erfolgt in der Regel jährlich durch eine Fachkraft für Arbeitssicherheit.
F: Darf ich eine geöffnete Augenspülflasche aufbewahren und später weiter nutzen?
A: Konservierungsmittelfreie Mehrdosisflaschen können laut Herstellerangaben in der Regel maximal 4 Wochen nach Erstöffnung verwendet werden. Einmal-Ampullen müssen nach dem Öffnen vollständig verbraucht und danach entsorgt werden. Restmengen niemals aufbewahren.
F: Wann sollte eine Augendusche auf keinen Fall angewendet werden?
A: Bei Verdacht auf eine penetrierende oder perforierende Verletzung des Augapfels – erkennbar an eingedrungenen Fremdkörpern oder sichtbarem Glaskörpervorfall – ist jede Spülung kontraindiziert. Druck auf ein perforiertes Auge kann die Verletzung deutlich verschlimmern. In diesem Fall sterile Abdeckung auflegen und sofort den Notarzt rufen.
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